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Wolgagebiet

Die deutschen Siedler, die sich seit 1763 an der mittleren Wolga niederließen, bildeten einen bedeutenden Teil der Russlanddeutschen. Ihre Ansiedlung gestaltete sich anfangs sehr schwierig. Durch die Übernahme des russischen Systems der Erbteilung kam es zu einer Zersplitterung des Landbesitzes und zur Entstehung von sehr kleinen Höfen, die nur mit Mühe rentabel bewirtschaftet werden konnten. Viele wichen auf den Getreideanbau und -handel aus. Das Mühlenwesen und die Etablierung einer Textilindustrie bildeten weitere Wirtschaftszweige. Der Kinderreichtum der Kolonisten führte zur Bildung von Tochterkolonien bis nach Sibirien.

Von 1924 bis 1941 bestand an der Wolga eine Deutsche Autonome Sowjetrepublik mit deutscher und russischer Amtssprache. Von den etwa 600.000 Bewohnern waren zwei Drittel deutschstämmig. Die Republik stieß auf Interesse bei deutschen, zur politischen Linken zählenden „Polittouristen“. Sie fand ein Ende, als mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion 1941 die Wolgadeutschen auf Befehl Stalins nach Kasachstan und Sibirien deportiert wurden.

 

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