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Wirtschaftlicher Aufstieg und städtisches Leben

Die deutschen Kolonisten auf der Krim und im Schwarzmeerbogen erreichten in einer relativ kurzen Zeit wirtschaftliche Erfolge und kamen oftmals zu Wohlstand. Nach der russischen Staatsreform von 1871 konnten viele Pächter ihre Ländereien erwerben. Im Laufe des 19. Jahrhunderts stieg der Umfang des Grundbesitzes der Deutschen von etwa 640.000 auf etwa 4,2 Millionen Hektar. Deutsche waren häufig Initiatoren industrieller Produktion, arbeiteten in den städtischen Finanzverwaltungen oder gründeten die ersten Fabriken, Brauereien und Banken. Ein Beispiel dafür ist der Landmaschinenfabrikant Johann Höhn, der mit seinem eigens entwickelten Kolonistenpflug erfolgreich war. Vor allem in den Zentren Odessa, Cherson und Simferopol gelang den Nachfahren der Siedler der soziale Aufstieg. Sie nahmen wichtige Positionen in Finanzwesen, Architektur, Verwaltung und Politik ein und prägten mit ihrem bürgerlichen Lebensstil das Kulturleben der Städte nach westeuropäischem Vorbild.

 

Johann Höhn (1854-1938)
Jubiläumsschrift Firma Höhn