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Religion und Bildung in Bessarabien

Siedler verschiedenster Glaubensgemeinschaften kamen in den Schwarzmeerbogen: Katholiken, Protestanten und Mennoniten. Die von schwäbischen Pietisten verkündete chiliastische Vision eines „Tausendjährigen Friedensreiches“, welches im Kaukasus in der Nähe des Berges Ararat errichtet werden sollte, und die Unterdrückung der Glaubensausübung daheim waren die wichtigsten Motive zur Auswanderung aus Südwestdeutschland. Den ersten protestantischen Separatistengemeinschaften folgten Anhänger von Charismatikern wie dem katholischen Augsburger Bußprediger Ignaz Lindl.

Das Gemeindeleben in den Siedlungen fußte auf religiösen Grundsätzen. Die Geistlichen genossen hohe Autorität und besetzten politische Ämter. In Bessarabien wurden karitative und soziale Einrichtungen wie das Alexanderasyl in Sarata ins Leben gerufen. Die für die kleinen Dörfer relativ großen Kirchenbauten (Teplitz, Arcis, Tarutino) waren Landmarken in der Steppenlandschaft. Früh gingen die deutschen Siedler an den Ausbau eines flächendeckenden, strukturierten Bildungswesens. Die Kirchen- Gemeindeschulen dienten sowohl der religiösen Zusammenkunft als auch dem Unterricht. Die erste staatlich anerkannte höhere Lehrerbildungsanstalt wurde 1844 in Sarata gegründet.