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Innere Mission in Galizien

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten noch etwa 60.000 Deutsche im österreichischen Galizien. Viele ehemalige Siedler waren in die Bukowina weiter gewandert oder hatten sich der allgemeinen Auswanderung nach Übersee angeschlossen. Während sich die deutschen Katholiken häufig mit den Polen zu gemeinsamen Gemeinden zusammengefunden hatten, wurden die Protestanten oft nur sporadisch kirchlich betreut.

Theodor Zöckler kam 1893 nach Stanislau und gründete dort zunächst ein Waisenhaus, später diverse andere Einrichtungen nach dem Vorbild der Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel bei Bielefeld. Er engagierte sich gegen die weitere Abwanderung der evangelischen und gegen die Assimilation der katholischen Deutschen. So gehörte er zu den Gründern des „Bundes der christlichen Deutschen in Galizien“, der überkonfessionell organisiert war. Dieser Bund bekannte sich ausdrücklich zu Wien und lehnte alldeutsche Strömungen ab. Zu seinen Tätigkeiten gehörte die Vergabe von Krediten an Landwirte, für die ein Finanzierungssystem nach dem Vorbild der deutschen Raiffeisen-Banken aufgebaut wurde.

 

Mädchenhaus Bethlehem der Zöcklerschen Anstalten
Spar- und Darlehenskasse Wiesenberg