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Nationale und religiöse Toleranz und das Bildungswesen in der Bukowina

Die Bukowina zeichnete sich bis in das 20. Jahrhundert durch eine große religiöse und nationale Toleranz aus, ihre Bürger verband ein starker Regionalpatriotismus. So engagierten sich die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gemeinsam für die Unabhängigkeit von Galizien. 1849 waren sie erfolgreich – die Bukowina wurde eigenständiges Kronland des österreichischen Teils der Doppelmonarchie. Im „Bukowiner Ausgleich“ von 1910 konnten die zentrifugalen Kräfte noch einmal gebannt werden. Bis heute gilt er als vorbildlich für das Miteinander verschiedener Ethnien in einem Gemeinwesen.

Ein verbindendes Element stellte der Wunsch der bürgerlichen Schichten nach einem modernen Bildungssystem dar. Da es keine dominante Nationalität gab, wurden Rumänisch, Ruthenisch und Deutsch paritätisch unterrichtet – auch die Behörden waren dreisprachig besetzt. Dennoch war die deutsche Sprache, die meist auch die der Bukowiner Juden war, im Kulturbereich prägend. Dies ging auf das Engagement der städtischen Bürger zurück, die z.B. für alle Ethnien offene deutsche Lesezirkel einrichteten. Aus einer ähnlichen Initiative entstand 1875 die Universität Czernowitz.