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Eisenbahnbau in Litauen

Im 19. Jahrhundert gehörte Litauen zum Russischen Zarenreich. Es lag abseits der großen Verkehrsrouten und war wirtschaftlich unterentwickelt. Der Region fehlten Facharbeiter. Als ab 1851 eine Eisenbahnverbindung zwischen Warschau und St. Petersburg entstand, wurde auch ein Seitenstrang vom litauischen Kaunas nach St. Petersburg gebaut. Damit wurde Litauen zugleich mit den westeuropäischen Metropolen Berlin und Paris verbunden; der luxuriöse Nord-Express verkehrte auf dieser Strecke. Für den Bau dieser wichtigen Verbindung wurden gezielt deutsche Facharbeiter und Ingenieure angeworben; später kamen ostpreußische Arbeiter hinzu. Im preußischen Eydtkuhnen wurden die Waggons umgespurt, da die russischen Züge eine größere Spurbreite hatten.

An der Grenze zu Ostpreußen und damit zum Deutschen Reich entstand im Zuge der Bauarbeiten eine Kolonie deutscher Eisenbahnarbeiter, der Ort Wirballen (Kybartai), wo auch deutsche Zollbeamte lebten. Die Ansiedlung deutscher Speditionsfirmen zog weitere deutsche Arbeiter mit ihren Familien an. In Kaunas entstanden zwei deutsche Werke der Eisenindustrie, die zumeist deutsche Arbeiter beschäftigten. Um 1900 lebten in Kaunas etwa 4.500 Deutsche.

 

Eisenbahnstrecke Königsberg - Kowno