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Deutsche Kolonisten im 19. Jahrhundert in Wolhynien

Wolhynien gehörte im Mittelalter zu Litauen, später zum polnisch- litauischen Staat. 1795 fiel es an Russland; heute liegt es in der nordwestlichen Ukraine. Kontakte zu deutschen Regionen gab es seit dem Mittelalter. Im 19. Jahrhundert kam eine große Zahl deutscher Handwerker und Landwirte aus Schlesien, Pommern, Posen, Ost- und Westpreußen nach Wolhynien. Viele verließen Mittelpolen wegen der Mechanisierung der Textiltechnik und nach dem polnischen Aufstand von 1831.

Die Zuwanderung verstärkte sich nach dem Ende der russischen Leibeigenschaft 1861, in deren Folge Pachtordnung und Kaufrechte für Grund und Boden geregelt und Arbeitskräfte gesucht wurden. Außerdem flüchteten Deutsche vor dem zweiten polnischen Aufstand 1863/64 nach Russland. Während in anderen Regionen des Russischen Reiches die Ansiedlung vom Staat initiiert wurde, waren es in Wolhynien die Grundbesitzer. Die eingewanderten Deutschen gründeten hier selbstverwaltete Bauern- und Handwerkerkolonien und führten Neuerungen im Handwerk, in Acker- und Viehwirtschaft ein.

Um den Zustrom einzudämmen, strich die russische Verwaltung den Deutschen seit den 1880er Jahren zahlreiche Sonderrechte. Zwar wanderten viele Deutsche nach Übersee aus, doch stieg ihre Zahl in Wolhynien bis 1914 weiter auf fast 210.000.

 

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