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Normierte und zentralistische Kolonisation

Die Ansiedlungen des 18./19. Jahrhunderts sind als Umsetzung absolutistischer Staatsvorstellungen zu verstehen. Die Siedlungen wurden zumeist planmäßig angelegt. Damit suchte der Wiener Hof eine Kolonisation umzusetzen, die von rationalen Erwägungen geleitet war. Die am Reißbrett entworfenen Dörfer galten als die geeignetste Form zur Erschließung des Landes. Zudem sollte die geometrische Erscheinung der Siedlungen die zentralistischen Bemühungen des Staates stärken und widerspiegeln.

Die großzügig angelegten, bis zu 40 Metern breiten Straßen waren in der Regel zu beiden Seiten von Maulbeer- und Akazienbäumen gesäumt. Den Siedlern wurden rechteckige Grundstücke zugeteilt, die etwa 25 Meter breit und 60 bis 70 Meter lang waren. Auch Baumaterialien, zum Teil sogar fertige Kolonistenhäuser wurden den Neuankömmlingen zur Verfügung gestellt. Die Parzellen mit Wohn- und Wirtschaftshof sowie einem ausgedehnten Obst- und Gemüsegarten entwickelten dabei einen typisch donauschwäbischen Stil.

Auch der soziale Aufbau des Dorfes fand seinen Ausdruck in der Anlage nach Plan: Die kirchlichen und weltlichen Gebäude gruppierten sich um den Dorfplatz als Mittelpunkt des dörflichen Lebens.