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Bäuerlicher Reichtum

Die überwiegend wohlhabenden siebenbürgisch-sächsischen Bauern orientierten sich vielfach am Lebensstil des städtischen Patriziates, etwa bei der barocken Bauzier ihrer Häuser. Das war nicht ungewöhnlich, denn überall in Europa folgten reiche Bauern dem Stilvorbild von Adel und Bürgertum.

Augenfälligster Ausdruck des Reichtums siebenbürgisch-sächsischer Bauern war der Besitz zahlreicher Schmuckstücke, die die Frauen, die Mädchen und besonders die Bräute trugen. Ihr Schmuck imitierte den der städtischen Oberschicht, wie er spätestens seit dem 17. Jahrhundert auf Gemälden nachweisbar ist. Dieser wiederum war stärker von tatarischem und osmanischem Geschmeide als von westeuropäischen Schmuckstücken beeinflusst. Gründe dafür waren die orientalischen Handelsbeziehungen siebenbürgischer Kaufleute. Zum typischen Frauenschmuck zählten Hals-, Brust- und Ohrschmuck sowie Haarnadeln und prachtvolle Gürtel. Der Schmuck war aus teils vergoldetem Silber und Edelsteinen, bei weniger wohlhabenden Bauern auch aus Glas gearbeitet. Ungeschriebene Gesetze legten fest, wer welchen Schmuck bei welcher Gelegenheit tragen durfte. Der Schmuckreichtum korrespondierte mit dem Reichtum textiler Ornamente der bäuerlichen Trachten.

 

Siebenbürgischer Kopfputz