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Miteinander leben in Pressburg / Bratislava / Pozsony

Pressburg wurde im 16. Jahrhundert Hauptstadt des „königlichen Ungarn“, da es im Unterschied zu großen Teilen des Reiches nicht von den Türken besetzt war. Einwanderer aus deutschsprachigen Ländern lebten hier als Handwerker, Kaufleute und Weinbauern bereits seit dem 13. Jahrhundert neben Magyaren, Slawen und Juden. Ihr Einfluss ging im 17. Jahrhundert zurück, als die Sonderrechte der Deutschen in Oberungarn abgebaut wurden. Doch Deutsch blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts die Umgangssprache in Pressburg, auch im Stadtrat wurde auf Deutsch verhandelt. Der größte Teil der Bevölkerung war mehrsprachig und beherrschte Deutsch, Ungarisch und Slowakisch.

Bis ins 19. Jahrhundert war Nationalität nicht gleichbedeutend mit Staatsangehörigkeit. So sah sich die Mehrheit als loyale Staatsbürger des ungarischen Königreiches (ab 1526 des Habsburger Reiches) und zugleich, je nach Abstammung, als Deutsche, Ungarn, Slowaken oder Juden. Der zunehmende ungarische Nationalismus ab Mitte des 19. Jahrhunderts führte dazu, dass viele Deutsche ihre Namen magyarisierten. Oftmals waren Karrieregründe ausschlaggebend. 1840 wurde Ungarisch alleinige Amtssprache, doch noch bis 1867 war die Dreisprachigkeit bei offiziellen Dokumenten des Landes üblich.

 

Dreisprachiges Straßenschild