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Handel und Wandel in den Städten der Zips

Die Region Zips liegt in der heutigen nordöstlichen Slowakei. Im Mittelalter durchquerte einer der wichtigsten europäischen Handelswege das Gebiet. Unter dem ungarischen König Géza II. wurden im 12. Jahrhundert Familien aus dem übervölkerten Rheinland, aus Sachsen und Schlesien angeworben. Sie machten das Land urbar, trieben die wirtschaftliche Entwicklung voran und bauten die bestehenden Siedlungen zu Städten aus.

Die so genannten Zipser Sachsen erstritten zahlreiche Sonderrechte und Privilegien, wie das besonders ausgedehnte Stapelrecht (1321) in Leutschau. Es legte fest, dass die durchreisenden Händler ihre Waren 15 Tage lang in der Stadt anbieten mussten. Der überwiegend städtische Charakter der deutschen Ansiedlungen in der Zips führte auch zur Entwicklung eines frühen Schulwesens im 14. Jahrhundert. Im Unterschied zu Siebenbürgen, wo die Stadtrechte den Deutschen vorbehalten waren, umfassten sie in der Zips alle Stadtbewohner, gleich welcher Nationalität. Das erklärt auch die große Dichte von Städten in dieser Region, denn es war lediglich ein gewisser Prozentsatz deutscher Bürger erforderlich, um das deutsche Stadtrecht erhalten zu können. In den Zünften dagegen durfte bis 1608 nur Meister werden, wer Deutscher war.