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Die Universität Dorpat

Die Universität Dorpat war von großer geistiger Ausstrahlung auf den baltischen Raum und darüber hinaus. Bis 1893 wurde hier in deutscher Sprache gelehrt. Sie wurde 1632 von König Gustav II. Adolf von Schweden gegründet, als Livland eine schwedische Provinz war. Russisch-schwedische Konflikte führten 1710 zu ihrer Schließung. Die Universität wurde 1802 durch Zar Alexander I. als deutschsprachige Hochschule neu gegründet. Sie stand unter russischer Verwaltung, doch rund die Hälfte der Professoren stammte aus dem Deutschen Reich, etwa 40 Prozent waren Deutschbalten. Von den 30 deutschsprachigen Universitäten, die um 1875 bestanden, war Dorpat die elftgrößte. Zahlreiche an ihr wirkende Gelehrte genossen hohes Ansehen.

Mit der zwischen 1882 und 1893 erfolgenden Russifizierung endete das Goldene Zeitalter der Universität. Die meisten Professoren und viele Studenten wanderten nach Deutschland ab. Lediglich die protestantische Theologie durfte noch bis 1916 auf Deutsch lehren, da russisch-orthodoxe Geistliche den Einfluss der protestantischen Lehre auf ihre Kirche fürchteten. Heute hält die estnische Staatsuniversität Tartu (Dorpat) auch die Erinnerung an ihr deutsches kulturelles Erbe lebendig.

 

Dorpat, Rathausplatz