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Städtische Wirtschaft im Baltikum

Die Deutschen spielten als städtische Bürger im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit eine zentrale Rolle für die Entwicklung der baltischen Städte. Vor allem die Hansestädte Riga, Reval (Tallinn) und Dorpat (Tartu) betrieben Fernhandel mit Russland und den Städten an der gesamten Ostseeküste. Zu den Handelsgütern zählten u.a. Felle, Getreide, Holz, Wachs, Tuche, Salz und Heringe. In Riga erlangten über Jahrhunderte nur Deutsche das Bürgerrecht. Auch die Kaufmannsgilden nahmen nur Deutsche auf. Die Bürgerschaft zeichnete sich durch hohes soziales Engagement aus, das sich unter anderem in Stiftungen für die Kirche, in der Übernahme von Ehrenämtern und in der Ausrichtung von Festen zeigte. Sie förderte zudem, etwa als Abnehmer von handwerklich hervorragend gearbeiteten Silbergefäßen, die Entwicklung der Zünfte. In Riga tat sich hier insbesondere die bis heute (in Bremen) bestehende „Compagnie der Schwarzen Häupter“ hervor, der ausschließlich unverheiratete Kaufleute angehören durften.

 

Rathausplatz mit Schwabe- und Schwarzhäupterhaus in Riga
Ansicht von Reval
Grosse Gilde in Riga