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Die Ressource Wald

Die deutschen Siedler ließen sich hauptsächlich in den von riesigen Wäldern bedeckten Randgebieten Böhmens und Mährens nieder. Holz und Erze waren dort die wichtigsten Ressourcen. Obwohl die Laienbrüder der Klöster und die Siedler in großem Umfang Wälder rodeten, blieben Teile des Böhmerwaldes und der anderen von Deutschen kultivierten Landstriche stets Urwald. Viele Hochlagen waren für die Landwirtschaft kaum geeignet. Vor allem der Böhmerwald ermöglichte dagegen eine hochentwickelte Holzwirtschaft. Über den Schwarzenberg-Kanal konnte Brenn- und Bauholz in die Donau und bis nach Wien geschwemmt werden. Moldauabwärts gelangten die Flöße nach Prag. Köhlereien, Papiermühlen, Glashütten, Möbelfabriken und Werkstätten zum Bau von Musikinstrumenten aus Holz zählten zu den typischen Spezialindustrien. Das sächsisch-böhmische Erzgebirge gehörte seit dem Mittelalter zu den wichtigen Bergbauregionen Europas. Später interessierte sich auch Johann Wolfgang von Goethe für Böhmens Geologie.

Böhmisches Bleikristall erlangte als Luxusexportgut Weltruhm. Auch Rubinglas und andere Farbgläser galten als böhmische Spezialität. Nordböhmen wurde zum Zentrum bedeutender Glas-, Schmuck- und Textilindustrien. Die böhmischen Länder insgesamt bildeten das industrielle Herz der Habsburger Monarchie.

 

Holzrücken mit Hörnerschlitten
Kohlenbergbau
Kristallschleifer