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Klöster als Vorreiter der Besiedlung

Klöster spielten im Mittelalter bei der Kultivierung und Besiedlung menschenarmer Regionen in ganz Europa eine wichtige Rolle. Der Zisterzienserorden leistete während des Hochmittelalters einen bedeutenden Beitrag zu Ansiedlungen und großflächigen Rodungen. Seine Regel schrieb vor, Klöster in abgelegenen, menschenleeren Gebieten zu gründen und das Land urbar zu machen. Die Blütezeit des Ordens fällt zusammen mit der deutschen Ostsiedlung. Ordensniederlassungen in Böhmen waren oft Tochtergründungen von Mutterklöstern in Bayern, Filialen in Polen wurden von ostdeutschen Konventen begründet. Im Osten gelangten die Zisterzienser bis in das Baltikum und nach Siebenbürgen. Örtliche Grundherren, die um ihr Seelenheil besorgt waren, stellten den Mönchen Land zur Verfügung. Im Gefolge der Klöster ließen sich Siedler nieder. Der in Frankreich entstandene Zisterzienserorden war eine gesamteuropäische Institution, in der nationale Zugehörigkeit keine Rolle spielte. Die Entscheidung über Neugründungen fiel auf dem jährlichen Generalkapitel im burgundischen Cîteaux. Die Gründungskonvente bestanden aus einem Abt und zwölf Mönchen, die unterschiedlicher Herkunft sein konnten. In den meisten Klöstern lebten Mönche aus verschiedenen Ländern.