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Wanderungswege

Die Reisewege von Auswanderern waren lang, unsicher und beschwerlich. Über die exakten Routen und Reiseverläufe der mittelalterlichen Ostsiedlung ist wenig bekannt. Im Ostseeraum nutzten wohlhabende Kaufleute den Seeweg. Die bäuerlichen Siedler kamen meist über Land. Die Straßen waren schlecht. Die Reise konnte viele Wochen, ja Monate dauern.

Konkretere Informationen besitzen wir über das 18. Jahrhundert. Für die Auswanderung nach Südosteuropa und in das Schwarzmeergebiet wurde die Schiffspassage auf der Donau der wichtigste Weg. In Familienverbänden und so genannten Auswanderungsgesellschaften fanden sich Menschen aus Südwestdeutschland in Ulm zusammen. Oft wurde durch eine Art urchristlicher Gütergemeinschaft auch den Ärmeren der Beitrag in die Reisekasse ermöglicht.

Die Auswanderung begann auf leicht gebauten, hölzernen Lastkähnen von ungefähr zwanzig Metern Länge, den so genannten Ulmer Schachteln. Bis zu 150 Menschen fanden auf ihnen Platz. In Wien wurden die Auswanderer auf andere Donauschiffe verteilt. Trotz Epidemien, Hitze, Kälte und Schiffsbrüchen gelangte der große Teil der Passagiere über den mittleren Donauraum bis hin zur russischen Grenze.