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Auswanderungsgründe

Unzufriedenheit mit den Lebensbedingungen in der Heimat und Hoffnung auf günstigere Verhältnisse bewegten Menschen zur Auswanderung. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit gab es in Deutschland Phasen relativer Überbevölkerung. Das vorhandene Land reichte nicht aus, um die bäuerliche Bevölkerung zu ernähren. Jüngere Söhne mussten von den Höfen weichen. Die Auswanderungsquote war dort besonders hoch, wo durch Realteilung die Hofflächen im Laufe der Generationen besonders klein geworden waren. Drückende Steuerlasten und Militärdienste förderten die Bereitschaft zur Migration. Seit der Reformation bewegte auch die Sehnsucht nach freier Religionsausübung Glaubensgemeinschaften dazu, geschlossen zu emigrieren.

Schon im Mittelalter hatten Herrscher Siedler durch die Gewährung von Privilegien in ihr Land gerufen. Dazu gehörten befristete Steuerfreiheit, Religionsfreiheit, Befreiung von Militärdiensten und das Privileg, nach eigenem Recht zu leben. Im 18. Jahrhundert wurde den Siedlern neben Land auch Baumaterial für Häuser, Saatgut und Vieh zur Verfügung gestellt. Oft entsprachen die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort aber nicht den gegebenen Versprechungen.